Arbeitsbeschreibung und Konzept von E.-Frauke Kober
Bild ohne Titel aus dem Jahr 2003
"Die Bildfläche wird zu einem immensen Raum, in den ich mich hineinbegebe, wieder einmal total mit Körper und Geste." (Zitat: Rubrecht Geiger)


E.-Frauke Kober hat sich während ihres Kunststudiums ausschließlich der Malerei zugewandt. Malen bedeutet für sie, über die materielle Tätigkeit zu einem direkten, persönlichen Ausdruck zu finden. Sie malt in vielen Schichten übereinander, in einem Prozess der Anreicherung.

Inspiriert durch die amerikanisch abstrakt-expressive Malerei eines Franz Klein oder Robert Motherwell, aber auch durch die Bildhauer wie Richard Serra und Eva Hesse, entwickelte die Malerin eine unverwechselbare, eigene künstlerische Position und eine eindrucksvolle Bildsprache. In ihren großformatigen, abstrakten Ölbildern, in Siebdrucken und Papierarbeiten, wirkt die Farbe an sich als dominierendes Element. Kober verwendet bevorzugt volle Farbtöne in kraftvollen Kompositionen zur Fläche.

Formen vereinfachend hin zur Abstraktion vermeidet die Malerin sowohl das Erzählerische als auch die Anekdote, ein Gegenstand lässt sich eher assoziieren, als dass er wirklich bezeichnet wird. Landschaften und Architektur sind Ausgangspunkte für die abstrakten Formen und Flächen, die als erlebnisreiche Momente kompositorisch in ihre Bilder einfließen. Die assoziativen Möglichkeiten erlauben es den Betrachtern ins Bild zu treten, ohne durch vorgegebene Bedeutungsmuster und Symbolik festgelegt zu werden.

Bild ohne Titel aus dem Jahr 2003
In E.-Frauke Kobers frühen Werken dominieren schwarze Farbflächen, die an Motherwell's Elegien erinnern. Anfänglich in organisch verlaufender Form, wird die Fläche später geometrisch, in ihrem letzten Werkzyklus zu tänzelnden Stäben und Linien angeordnet. Diese Linien sind bewegende, Rhythmus gebende, auflockernde Momente innerhalb der strukturierten Flächen. Sie verleihen den kontemplativ wirkenden Arbeiten einen dynamischen Ausdruck. Es entsteht eine dialektische Spannung zwischen Linie und Struktur, Farbe und Oberfläche.

E.-Frauke Kober strebt in ihren Arbeiten nach einer Balance zwischen Ordnung und Chaos, gelebte Widersprüche, die sie in ihren Bildern zu vereinen sucht. Das gestische und körperliche Engagement finden sichtbaren Ausdruck in ihrer Malweise. Die Bilder wirken klar strukturell konzipiert, Ungewissheit und Intuition werden bewahrt, indem Formula vermieden wird. So wird Raum für Spontanität im Malprozess offen gehalten. Zufällige Effekte verbinden sich mit einer letztlich doch ordnenden Vorstellung von Farbe, Fläche und Form.

"Meine Arbeiten fügen sich durch zwei Hauptstränge zusammen. Zum einen durch die konzeptuelle Komponente, die Auseinandersetzung mit bildnerischen Vorgängen (Farbe, Form, Komposition). Zum anderen durch die inhaltlich-assoziative Ebene, als bildnerische Reflexion der Außen- und Innenwelt." (Zitat: E.-Frauke Kober)


Text: Gillian Morris


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